Konzept

Verhaltenstherapeutisch-systemischer Behandlungsansatz

Die Verhaltenstherapie betrachtet die Entstehung und Aufrechterhaltung der Suchterkrankung u.a. anhand des bio-psycho-sozialen Modells. Die sozialen Aspekte der Suchterkrankung werden durch systemische Betrachtungsweise herausgearbeitet und für einen funktionalen und dem Tempo der Rehabilitanden angepassten Tempo Veränderungsprozess nutzbar gemacht. Das Suchtmittel war für viele Betroffene einmal eine „Lösung“ für schwer zu bewältigende Lebenssituationen und ist im Laufe der Zeit selbst zum größten Problem geworden. Ohne Verständnis für die eigene Geschichte und die Durchbrechung des Suchtmusters kann daher keine Neuorientierung erfolgen. Hier wird im einzel- und gruppentherapeutischen Prozess dem psychologischen Aspekt der Suchterkrankung Rechnung getragen. Um unsere Patientinnen und Patienten auch hinsichtlich komorbider Störungen aus dem somatischen Spektrum zu stärken, erfolgt eine engmaschige pflegerische Anbindung und wertschätzende medizinische Betreuung, dies in enger Abstimmung mit der Arbeitstherapie, Sport- und Bewegungstherapie sowie Ernährungsberatung.

Die Arbeit der Fachklinik orientiert sich am Hier und Jetzt. Verhaltensweisen in aktuellen Situationen sind oft Reinszenierungen alter erlernter Verhaltensmuster, die in der therapeutischen Arbeit auf ihre aktuelle Wirksamkeit hin überprüft und gegebenenfalls verändert werden.
Viele unserer Verhaltensmuster sind aus den Ursprungsfamilien übernommen worden, so dass die frühen familiären Interaktionen genau betrachtet werden müssen. Häufig hat der Suchtmittelabhängige in seinem Bezugssystem eine stabilisierende Funktion. Fällt sie weg, da der Abhängige sich zu einem Ausstieg aus der Sucht entscheidet, gerät häufig das gesamte Familiensystem in eine kritische Instabilität, die bei den Beteiligten den Wunsch hervorruft, begonnene Veränderungen rückgängig zu machen – ein möglicher Grund für eine Rückfälligkeit. Der verhaltenstherapeutische Ansatz, der mit systemischen und familientherapeutischen Konzepten verbunden und ergänzt wird, eignet sich besonders, um mit dem Betroffenen und den Angehörigen gemeinsam eine Veränderung der Interaktion zwischen den Personen zu erreichen, die die Grenzen und Lebensaufgaben der Einzelnen berücksichtigen.
Bei der Auseinandersetzung mit der Geschichte der bestehenden Verhaltensmuster beziehen wir uns in unserer Arbeit auf das Sichten, Einordnen und Nachvollziehen der Biografie, um sich mit den möglichen Ursachen der Entstehung bestehender Einstellungen und Verhaltensweisen zu beschäftigen.

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Ressourcenorientierter Behandlungsansatz

Im Fokus stehen hier die Fähigkeiten des Menschen. Diese Ressourcen bilden die Grundlage, auf der die Therapie des Suchtmittelabhängigen aufgebaut wird. Während Ihrer Abhängigkeitszeit haben Rehabilitanden ihre Ressourcen meist genutzt, um dem anstrengenden Drogenalltag gerecht zu werden und dabei eine ausgesprochene Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit gezeigt. Diese Energie gilt es nun in konstruktive Bahnen zu lenken.

Damit verbunden ist unsere Haltung, den Rehabilitanden dort abzuholen, wo er steht, und gemeinsam die vorhandenen Ressourcen in einen neuen Rahmen zu stellen, da mit dem Konsum verbundene Verhaltensweisen in einem abstinenten und sozial integrierten Leben oft wenig erfolgreich sind.

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Individuumszentrierter Ansatz

Kernpunkt ist hier die individuelle Verantwortlichkeit für das eigene Leben. Unter Berücksichtigung der eigenen Fähigkeiten und Ressourcen gilt es, das eigene Leben selbstverantwortlich aktiv zu gestalten. Dies ist eine wesentliche Aufgabe während der Behandlungszeit, da durch die Suchtmittelabhängigkeit viel Zeit des Tages gebunden war, die nun frei verfügbar ist und deren zufriedenstellende Nutzung im therapeutischen Rahmen eingeübt werden kann und muss.

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